Über den Arbeitskreis

Der 8. Mai 1945 war der Tag der Befreiung Deutschlands und der Welt von den Greueln des deutschen Faschismus. Doch hat Faschismus tatsächlich mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges aufgehört zu existieren? Welche Kontinuitäten hat es gegeben und gibt es? Und wie konnten faschistische Strukturen, Netzwerke und Ideologien weitermachen und welche neue Formen haben sie angenommen? 
                                                
Der Zweite Weltkrieg wurde ’45 beendet, aber Kriege, Vernichtungs- und Raubfeldzüge, wurden und werden bis heute unaufhörlich fortgesetzt. 
Wollen wir Faschismus heute und den aktuellen Kriegen ein Ende machen, dann gilt es uns über ihr Wesen und ihre Geschichte Klarheit zu verschaffen.
Was ist eigentlich Faschismus? Warum werden Kriege geführt, wie hängen Faschismus und Kriegslogik zusammen? Wer sind die Profiteure in der Geschichte gewesen und welchen Widerstand gab es dagegen? Damit setzen wir uns im Arbeitskreis auseinander. 
                                                
Wir wollen aber auch konkreter hinsehen und die Strukturen, Ideologien und Netzwerke von Faschisten und Kriegstreibern analysieren. Dabei geht es uns nicht nur um traditionelle Neonazis und Faschisten, auch die Entwicklung der so genannten Neuen Rechten  ist für uns ein zentrales Thema. Ohne Scheuklappen und identitäre Brillen wollen wir kompromisslos jede Strömung und Bewegung, die sich an der Spaltung der Bevölkerung, an menschenfeindlicher Propaganda und an kriegsbefürwortenden Argumentationen beteiligt, unter die Lupe nehmen. 
                                                
Wir sind der Ansicht, dass eine antifaschistische Bewegung, die nicht klipp und klar gegen imperialistische Kriege steht, zum Anhängsel der Regierungspolitik wird und der zunehmenden Rechtsentwicklung nichts entgegen zu setzen hat. Unsere Aufgabe sehen wir darin, uns die Geschichte und Gegenwart des Antifaschismus bewusst zu machen und daraus zu lernen, wie wir uns heute und in Zukunft organisieren müssen. „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ darf nicht zu einer hohlen Phrase verkommen. Wir sehen uns deswegen in der Tradition der Antifaschistischen Aktion der Arbeiterbewegung.
      
Im Jahr 2014 haben sich einige Gruppen und Personen zusammengeschlossen, um am 8. Mai gegen die NATO- und EU-Aggression gegen die Ukraine und die Unterstützung faschistischer Kräfte durch die Bundesregierung zu protestieren und aufzuklären. Die Initiative ging vom Offenen Antifaschistischen Treffen (OAT) aus, das sich mittlerweile aufgelöst hat. 2015 veranstaltete das Bündnis zum 70. Jahrestag des 8. Mai eine Aktionswoche gegen Krieg und Faschismus auf der Hauptwache mit Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen und einem Hip-Hop-Konzert sowie einer Demonstration.
Aus dem Bündnis heraus entstand der Arbeitskreis 8. Mai, der seitdem Aktionen und Lesezirkel zu Fragen des Antifaschismus und Faschismus organisiert und weiter in Debatten in Frankfurt und bundesweit interveniert.

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